Erst im Sommer 2021 hatte Lars Hansen die Prüfung zum Segelflugschein absolviert, aber von Anfang an stand für ihn fest: Streckenflug wird seine Leidenschaft. Zusammen mit seiner Frau Iris besitzt er den ehemaligen Vereins-Astir und absolvierte seit Scheinerwerb bereits etliche Flüge in der Flugplatzumgebung.

Um neue Scheininhaber an das Thema Streckenflug heranzuführen, gibt es beim SFC Lauf das Tandem-Projekt: Zusammen mit einem erfahrenen Streckenpiloten wird ein Fug geplant und durchgeführt, sodass die Neupiloten nicht komplett auf sich allein gestellt sind. 

0522Einstieg bayerischer Waldkl

Die Wetterprognose für den vergangenen Sonntag sah gut aus, noch leichtes Rückseitenwetter der Kaltfront vom Freitagabend, Hochdruckeinfluss, aber am Nachmittag/Abend schon Einfluss der Warmfront aus Südwesten. 

Zusammen mit Max Tontarra mit seiner Hornet (ebenfalls Clubklasse) startete Lars Richtung Osten über Amberg, Schwandorf und erreichte nördlich Cham den bayerischen Wald. Als erfahrener Streckenpilot und angehender Fluglehrer ließ Max zumeist Lars vorausfliegen und gab über Funk ab zu Tipps, sodass der gemeinsame Teamflug sehr gut funktionierte.

0522Oberpfälzer Wald

Kurz vor dem Großen Arber erfolgte die erste Wende, von da aus ging es dann den Oberpfälzer Wald nach Norden, vorbei an Weiden, und dem Fichtelgebirge in Richtung Tröstau als nächstem Ziel. Hier stellte sich nun die Entscheidungsfrage: Bei Umkehr Richtung Heimatflugplatz wären ca. 340 Streckenkilometer geflogen worden, man könnte aber mit einem Umweg über Kronach auch die 400 km versuchen. Hier muss sich jeder verantwortungsvolle Pilot die Frage nach der eigenen Fitness und Konzentration stellen und nach eigenem Ermessen entscheiden – auch ein Lernprozess, dessen Wirkung man nicht unterschätzen sollte. Lars schätzte seine Fitness positiv ein, so flogen die beiden vorbei an Zell-Haidberg und Kulmbach bis nach Kronach. In Kronach zeigte das Navi nun ca. 340 geflogene Kilometer und wies noch 70 km Heimweg aus. Auf dem Rückflug machte sich bereits der leichte Warmlufteinfluss bemerkbar, so dass die Bärte schwerer zu finden und nicht in jeder Höhe gut ausgebildet waren. Hier war die Erfahrung von Max umso wertvoller, sodass bereits ab Ebermannstadt die Endanflughöhe sicher erreicht war. Der krönende Abschluss war die fast gleichzeitige Landung der beiden zu Recht stolzen Piloten auf den Pisten 25 links und rechts.

Ein ausführliches Debriefing nach dem Abrüsten der Flugzeuge und natürlich ein verdientes Feierabendbier rundeten den erfolgreichen Tag ab – für Lars mit seinem Astir ein wichtiger Meilenstein auf seinem weiteren Weg zum Streckenflugpiloten. Ein besonderer Dank geht an Max sowie die anderen routinierten Piloten, die sich bereit erklären, die Neueinsteiger quasi „an den Flügel“ zu nehmen und dadurch möglicherweise zwar selber ein paar Wertungskilometer opfern, aber das Teamgefühl und die sportliche Weiterentwicklung des Vereins unschätzbar unterstützen.

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